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Kunstprojekte

8.1 Bildende Kunst

8.1.3 Kunstprojekte

Aids Memorial Sculpture

Die Aids Memorial Sculpture wurde von der Schweizer Künstlerin Elisabeth Oppenheimer am San Francisco Art Institute entwickelt. Sie soll sowohl dem Vergessen des Diskurses als auch dem Vergessen an AIDS verstorbener Freunde entgegenarbeiten. Bei den Skulpturen, die in allen großen Städten entstehen sollen, handelt es sich um riesige Red Ribbons, in die Fotos Verstorbener eingeätzt werden. Bisher existiert die Skulptur nur als Vorhaben im Internet http://www.ArtandArcht.org/AIDSMemorialSculpture/index.html


Barbie und Ken sind HIV-positiv

Der Österreicher Künstler Franz Wassermann hat Menschen, die mit dem HIV-Virus infiziert sind, gebeten, ihm Alltagsgegenstände aller Art zur Verfügung zu stellen. Die Gegenstände wurden einzeln in Folien verschweißt, mit einem grünen Punkt und der schriftlichen Aufforderung zu zwischenmenschlichem Kontakt versehen. Dieses Projekt, das in verschiedenen Museen gezeigt wurde, heißt “Barbie und Ken sind HIV-positiv”. Mattell, Hersteller der Puppen ging gegen Wassermann gerichtlich vor. Die Seiten des eigentlichen Projektes sind daher nur zugänglich, nachdem man ein Kennwort via E-Mail von Wassermann erhalten hat: http://thing.at/thepoint/

  • Texte
    “Wem gehört Barbie?” von Frank H. Griesel, SPIEGEL ONLINE 47/1997: 
    http://www.spiegel-online.de/kulturarc/gesellschaft/aktuell/barbierechte.html
    “Was es ist. Eine Annäherung an die Ausstellung ÇSondermüll Mensch‚”:
    http://www.museum-steyr.at/JOURNAL/J_01_97/06wasesist.htm
    “Barbie und Ken sind hiv-positiv – ein Hilfeschrei aus der Isolation: 
    http://www.museum-steyr.at/JOURNAL/J_01_97/08barbie.htm

INTER-TRANS

“Man muß doch etwas tun! Man kann doch nicht nichts tun.” Und: “…seit zwei Jahren ist Aids zugunsten anderer Ereignisse unsichtbar”. Diesen fehlenden Diskurs – besonders über AIDS in Afrika – zu befördern, hat sich Light Infektion zur Aufgabe gemacht: “Der LICHTINFEKT setzt dem Desinteresse das dem Kapitalismus systemimmanente Mittel der Werbung entgegen und realisiert einen Transport auf die Dienstleistungsebene”. Das Konzept zu LIGHT INFECTION wurde 1998 durch die Künstlergruppe BEWEGUNG NUR (Alekos Hofstetter/Christian Steuer/Lokiev Stoof) erarbeitet. Das Transportunternehmen INTER-TRANS BERLIN, die Internetpräsenz, wurde 1998 mit dem Zweck der Beförderung des Projektes LIGHT INFECTION gegründet. Light Infection beherbergt spannende Interviews zum Thema AIDS und Kunst, u.a. mit Frank Wagner, Thomas Wulfen und Marius Babius.
Kleine Zusammenfassung im Netz: 
http://www.ifa.de/z/aktuell/dzakaus.htm#aids
Licht Infektion: 
http://www.inter-trans.net/ci/light_infection/light_infection.htm
Diese Seite war bisher auf dem Server der Berliner Agentur Form 4 beheimatet. Sie enthält noch Links, die nicht angeglichen wurden und ins Leere weisen. Auch die meisten Suchmaschinen führen noch die alte Adresse.


The Names Project

Betreut den ständig weiter wachsenden AIDS Memorial Quilt, der mittlerweile über 40.000 Teile umfaßt und ist damit das größte fortdauernde Projekt im Kunstbereich. Jedes Panel hat das Maß eines menschlichen Grabes und erinnert an einen an AIDS verstorbenen Menschen. The Names Project leiht Teile des Quilt in nationale und internationale Ausstellungen aus. Ferner dokumentiert es die einzelnen Quilts durch Fotografie. Die Website hat neben den Informationen zum Projekt ein umfassendes Archiv und eine Galerie.

  • Buch: “Always remember: The Names Project AIDS memorial quilt: a selection of panels created by and for international fashion designers”. New York: Simon & Schuster 1997, 128 Seiten, zahlreiche Abbildungen.
  • The NAMES Project Foundation, 310 Townsend Street, Suite 310, San Francisco, CA 94107, USA. Tel. 001-415/882 5500, Fax 001-415/882 6200, e-mail [email protected], Internet http://www.aidsquilt.org

The National AIDS Memorial Groovewurde 1989 von Bürgern San Franciscos gegründet, die stark vom Verlust ihrer Freunde durch AIDS betroffen waren. Sie schufen in einem Teil des Golden Gate Parks einen Ort, an dem der Freunde gedacht und Erinnerungen geteilt werden konnten.: www.aidsmemorial.org


PapiergebeteDie papierenen “Gebete”, die im Frauen Museum von zwei großen papierenen Bäumen herabhingen, sind Bestandteil einer nun schon fast zwanzigjährigen Kunst-Kampagne gegen AIDS. Der Brauch, Kranken einen Heilungswunsch auf einem kleinen Papierstreifen zu geben, geht auf eine alte japanische Tradition zurück. Die Idee, damit Kunst gegen AIDS zu machen, hatten amerikanische KünstlerInnen in den 80er Jahren, als AIDS plötzlich zum Thema wurde. Die Idee wanderte 1995 nach Südafrika, wo sie zu einer landesweiten Kampagne ausgeweitet wurde.
http://www.infodienst.bzga.de/mai00/papiergebete.htm
http://www.frauenmuseum.textur.com/aidsaktion.htm


Verwandte Projekte

A Day in the Life

A Day in the Life widmet sich dem Alltag von Menschen mit AIDS und ihren Betreuern. Es ist ein weiteres Kunstprojekt von Visual Aids. Hier gibt es Tagebucheinträge, persönliche Erinnerungen, kleine Alltagsgeschichten und Gedichte. Ein Angebot zu lesen, zu schreiben, sich auszutauschen. http://www.thebody.com/visualaids/day_in_the_life/


A Day without Art

Wurde von Künstlern, die in Visual Aids organisiert waren, 1989 ins Leben gerufen. Die Kunstszene, vom Sterben durch AIDS besonders betroffen, führte und führt an diesem Tag Aktionen durch, um an AIDS und die Verluste zu erinnern. A Day without Art war natürlich in aller Regel “ein Tag mit Kunst”, Projekten Veranstaltungen zum Thema. Das Day Without Art Web Action Project 1996 stellt eine Menge an Informationen und Links zusammen. Übersicht http://www.creativetime.org/dwa/

  • Kurzbeschreibung mit Links zu jährlichen Aktionen (bis 1996) http://www.iceflow.com/onezeroone/Death/DayArt/worldaidsawareness89.html
  • Das 1996 gestartete Internetprojekt http://www.creativetime.org/dwa/resources.html

AG “Unterbrochene Karrieren” in der NGBK

1996 wurde die Arbeitsgruppe “Unterbrochene Karrieren” an der “Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst” (NGBK) in Berlin gegründet. Nach einer Retrospektive der Arbeiten des 1989 an Aids verstorbenen New Yorker Künstler Mark Morrisroe folgte im Dezember 1999 eine Ausstellung über die an AIDS verstorbenen Berliner Kulturvermittler Christian Borngräber (Design), Wolfgang Max Faust (bildende Kunst) und Manfred Salzgeber (Film). Im September 2000 fand eine Werkschau der an Krebs verstorbenen amerikanischen Künstlerin Hannah Wilke statt, für 2001 ist eine Ausstellung über 3 Künstlerpaare, von denen je einer an AIDS verstorben ist, geplant.

Übersicht: www.ngbk.de

Bücher:
Mark Morrisroe 1959 – 1989, Eine Retrospektive in der Reihe Unterbrochene Karrieren. Neue Gesellschaft für bildende Kunst e.V (NGBK) (Hg.), Berlin 1997

Unmittelbare Vergangenheit – Unterbrochene Karrieren. Drei Kulturvermittler der achtziger Jahre. Christian Borngräber, Wolfgang Max Faust, Manfred Salzgeber. Ihre Ideen, ihr Einfluß, ihre produktive Egozentrik. Neue Gesellschaft für bildende Kunst e.V (NGBK) (Hg.), Berlin 1999


AIDS Activist Video Preservation Project

Ein weiterer Teil des Estate Project for Artists with AIDS. Videos von Act-Up Aktionen, Diskussionen, etc. sind hier versammelt, auf archivfesteres Material gebracht und bei der New York Public Library in einem klimatisierten Raum untergebracht. VHS-Kopien der Videos sind ausleihbar.

  • “Video Interference” beschreibt Geschichte und Umfang des Vorhabens http://www.actupny.org/diva/a&u.html
    Liste einiger bereits gesicherter Aufnahmen 
    http://www.actupny.org/diva/NYPL.html
    “A Report on the Archiving of Film and Video Work by Makers with AIDS”. Untersuchung von Jim Hubbard vor Beginn der eigentlichen Arbeiten 
    http://www.actupny.org/diva/Archive.html

ArtAids

Wurde am 1. Dezember 1994 als Internetprojekt gegründet, um dem Kampf gegen AIDS zu gedenken. Leider ist die Site anscheinend seit 1996 nicht mehr gepflegt. Sehenswert sind allerdings noch das Kunstprojekt “Lost & Found” http://www.illumin.co.uk/artaids/lost_found/intro.html sowie die Gallerie, die über 170 Künstler versammelt http://www.illumin.co.uk/artaids/pages/gallery/


Artists against Aids

1995 wurde diese Organisation gegründet, die sich vor allen Dingen den Kampf gegen AIDS in Trinidad und Tobago vorgenommen hat. Artists against Aids hat auch ein eigenes Quilt-Projekt ins Leben gerufen. Anders als beim amerikanischen Names-Project haben die Quilts allerdings nur eine Größe von etwa 33 x 33 cm. Artists against Aids, 39 Luis Street, Woodbrook, Port of Spain, Trinidad and Tobago. Internet http://aaa.wow.net/


The Estate Project for Artists with AIDS

Wurde 1991 von dem Künstler Patrick Moore und der “Alliance for the Arts” gegründet. Auf seinen Webseiten findet man umfassende Hilfe zur Nachlaßplanung für bildende Künstler. Obwohl auf amerikanisches Recht und amerikanische Institutionen zugeschnitten, ist hier sehr viel hilfreiches Material enthalten. Ein zweiter Schwerpunkt ist “The Virtual Collection”, eine Galerie, die Tausende von Bildern von an AIDS verstorbenen oder erkrankten Künstlern umfaßt. Die Bilder sind in einem besonderen Verfahren komprimiert, was das Betrachten auf einem langsamen Rechner etwas mühselig macht. Estate Project for Artists with AIDS, 330 West 42nd Street Suite 1701, New York NY 10036, Tel. 001-212/947 6340, Fax 001-212/947 6416, e-mail [email protected]. Übersicht http://www.artistswithaids.org


The Ribbon Project

Wurde 1991 von der Visual Arts Künstlergruppe “Caucus” gegründet. Mit dem Red Ribbon (inspiriert vom Yellow Ribbon, das am Vietnam-Krieg teilnehmende Soldaten ehrte – welch Vorbild) sollte ein Symbol für Sympathie mit an AIDS erkrankten Menschen und denen, die sie pflegen und betreuen entstehen.


Visual Aids

Visual AIDS wurde 1988 mit dem Ziel gegründet, AIDS- und Kunstwelt zusammenzubringen. Visual Aids organisiert Ausstellungen, Veranstaltungen und gibt eigene Publikationen heraus. Durch die Mobilisierung der Kunstwelt beschafft Visual Aids Gelder, die direkt von AIDS betroffenen Künstlern zu Gute kommen. Visual AIDS 526 W26th Street 510, New York NY 10001, USA. Tel. 001-212/627 9855, Fax 001-212/627 9815, e-mail [email protected]

1994 wurde “The Archive Project”, eines der Projekte von Visual Aids, begonnen. Freiwillige Fotografen dokumentieren Arbeiten von an AIDS erkrankten Künstlern, vervielfältigen diese und archivieren sie. Dem völligen Verlust ganzer Werke sollte etwas entgegengesetzt werden. Wertende Kriterien gibt es keine: Die Einordnung soll der Geschichte überlassen werden. Zur Zeit umfaßt das Archiv etwa 6000 Dias, Kataloge und biographisches Material von über 200 Künstlern. Ein Teil dieser so dokumentierten Arbeiten ist im Internet beim “The Estate Project” einzusehen. Weiterhin können mittellose an AIDS erkrankte Künstler Materialkostenzuschüsse erhalten und Rechtsanwälte beraten kostenlos bei der Planung des Nachlasses. Übersicht http://www.thebody.com/visualaids/


Visual AIDS Web Gallery

Die US-amerikanische Zeitschrift The Body hat eine “Visual AIDS Web Gallery” eingerichtet, auf der im 6wöchentlichen Wechsel Werke HIV-positiver Künstler ausgestellt werden: http://www.thebody.com/visualaids/web_gallery/index.html


New York Public Library

In der New York Public Library werden immer mehr wichtige Dokumente zur Geschichte von AIDS gesammelt. Hier liegt z. B. das Gran Fury Archiv, die Act Up Unterlagen und die Videobänder des AIDS Activist Video Preservation Project. Einige Künstler konnten hier Negativ- und Katalogmaterial unterbringen. Kunstwerke selbst werden hier nicht angenommen. E-Mail Adresse der Archivabteilung: [email protected]

  • Für die Recherche begibt man sich im InterNet zu den einzelnen Abteilungen:
    Gay and Lesbian Collections – AIDS/HIV Collections: 
    http://gopher.nypl.org/research/chss/spe/rbk/igic.html
    Photography Collection: 
    http://www.nypl.org/research/chss/spe/art/photo/photo.html
    Manuscripts and Archives: 
    http://gopher.nypl.org/research/chss/spe/rbk/mss.html